Markt Kaisheim

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Gesundheitswesen

Gesundheitswesen und Haftalltag im 19. Jh.

Das Gesundheitswesen hielt mit der Entwicklung der Anstalt zunächst nicht Schritt. Neben ungenügenden hygienischen Verhältnissen war eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit zu beklagen.

Erst als 1853/1854 eine schwere Epidemie in der Anstalt ausbrach und in der Folge die Krankenpflege dem Orden der Barmherzigen Brüder übertragen wurde, die bis zum Jahre 1932 aufopfernd und segensreich in der Anstalt tätig waren, verbesserte sich die Situation.

Der Haftalltag im 19. Jahrhundert war bestimmt durch strengste Einhaltung der Vorschriften. Die Hausordnung regelte den gesamten Tagesablauf des Häftlings und drohte bei Verstößen harte Strafen an. Besonderer Wert wurde auf Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung gelegt.

Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung gab es für die Gefangenen kaum. Jeder Schritt des Häftlings war festgelegt. Bei der so genannten Bewegung in den Spazierhöfen (täglich eine halbe Stunde) mussten die Gefangenen voneinander mehrere Schritte Abstand halten. Striktes Sprechverbot galt während der Bewegung im Freien und auf den Gängen sowie während der gesamten 12-stündigen Arbeitszeit.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Haftalltag abwechslungsreicher. Vorträge, Gesangsabende und Turnübungen ließen erste Ansätze einer geplanten Freizeitgestaltung erkennen.

Aus "Strafvollzug in der JVA Kaisheim" von Friedhelm Kirchhoff  in "Kaisheim - Markt und Kloster", Hrsg. Werner Schiedermair