Gunzenheim: Gump
Wohl selten liegt an einem Hang, umgeben von Mager- und
Trockenrasenflächen, ein See mit tiefem klarem Wasser. So ranken sich um
die Gunzenheimer Gump viele Legenden und Sagen. Wie kommt das Wasser auf
einen hoch gelegenen Punkt innerhalb einer sehr trockenen Fläche? Die
beiden Gegensätze lassen sich nur mit den Ereignissen der Rieskatastrophe
erklären. Es handelt sich um
Auswurfmassen des Rieses, wobei auf eine große Lehmscholle Juragestein
gefallen und tief eingesunken war. Weil die trockene Heide der Umgebung
früher keinen Schutz und auch wenig ökonomische Wertschätzung
aufzuweisen hatte, wurde das Juragestein abgebaut, gleich wie an vielen
anderen Stellen des Riesrandes.
Offensichtlich schon bald nach Beginn des Abbaus sammelte sich im
umgebenden Lehmmantel Wasser, das einen weiteren Abbau unmöglich machte.
Zurückblieb die geheimnisvolle Gunzenheimer Gump, ein tiefer klarer See,
der von den östlich etwas höher gelegenen Flächen gespeist wird und
selbst in extrem trockenen Zeiten immer randvoll ist.
Gelegentlich läuft das überschüssige Wasser über die westlich
anschließenden Heiden, was zu einem ganz anderen Pflanzenspektrum mit
Rasen-, Lückenseggen und Blaubinsen als Leitarten führt. Die
Unterwasservegetation besteht vornehmlich aus Laichkraut, während in den
Randzonen Teichsimsen, Seggen und vereinzelt sogar fleischfarbenes
Knabenkraut anzutreffen sind.
Quelle:
Kaisheim - Markt und Kloster (Hrsg. Werner Schiedermair)
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