Gunzenheim: Villa Barbara
Einen großartigen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinde leistete der 1892 in die
USA ausgewanderte Maximilian Straßer. In seinem Beruf als Bäcker bringt
er es dort zu Ansehen und Reichtum, an dem er auch seine Heimatgemeinde immer wieder teilhaben
lässt. So stiftet er nicht nur die beiden Deckengemälde für die Kirche,
sondern lässt auch einen eigenen Friedhof mit Leichenhalle errichten, so
dass die Verstorbenen nicht mehr in Mündling beerdigt werden müssen. Die
parkartige Anlage macht diesen Friedhof zu den schönsten Dorffriedhöfen
in weitem Umkreis.
Die großzügigste Schenkung aber ist die
testamentarisch verfügte Überlassung eines Grundstücks mit einer Villa,
sowie 20 000 Dollar Barvermögen mit der Maßgabe, dass in Gunzenheim eine
Pfarrstelle errichtet wird, wobei die Villa als Pfarrhaus und das Geld zur
Besoldung des Priesters verwendet werden soll. 1929 wird der in Amerika
verstorbene Wohltäter auf seinem Friedhof in Gunzenheim beerdigt und im
November 1931 errichtet der Bischof von Eichstätt in Gunzenheim eine
Expositur. Aber erst nach 15 Jahren - bedingt durch die politischen
Verhältnisse und den Krieg - bezieht 1946 der heimatvertriebene Priester
Franz Seidel als erster Pfarrer von Gunzenheim die Villa.1963 ermöglicht der sich abzeichnende Priestermangel
keine weitere Besetzung mehr.
Quelle:
850 Jahre Klostergründung Kaisheim (Hrsg. Markt Kaisheim)
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