Kloster Kaisheim: Ende

Urkunde

Stifterfamilie

Gründerorden

Mutterkloster

1. Kirchenbau

Aufbauphase

Tochter Stams

Weitere Töchter

2. Kirchenbau

Reichskloster

Klosterumbau

 Säkularisation

Besitzungen zum Zeitpunkt der Säkularisation
Die Säkularisation bereitete dem in hohem Ansehen stehenden Reichsstift dann ein abruptes und bitteres Ende. Bereits am 29.10.1802 nahm Kurbayern die Reichsabtei in seinen Besitz und errichtete eine Kurfürstliche Administration in Kaisheim. Diese übernahm ein reiches Erbe. Denn zu diesem Zeitpunkt besaß die Abtei drei Güter mit ca. 2000 Tagwerk, sieben Weiher, 18 ganze und vier halbe Dörfer, 391 einzelne Höfe und Mühlen, 1320 Sölden, 29 Wirts- und Taglöhnerhäuser, 58 öffentliche und herrschaftliche Gebäude, 1629 Häuser im Ganzen, 18 Pfarreien, 14 Filialen, acht Benefizien, 12 Schulen und 9537 Untertanen auf sechs Quadratmeilen Gebiet. 

Schicksal der Kunstschätze
Dazu kamen reiche Kunstschätze, die zum Teil verschleudert oder nach München überstellt wurden. Die vielen Gemälde wurden in fünf Kisten verpackt und nach München geschickt. Die prächtige Bibliothek musste auf Anordnung der Administration nach Neuburg verbracht werden. Weit über hundert Wagen waren notwendig, um die Bücher nach Donauwörth zu bringen, wo sie auf drei Schiffe verladen wurden. 

Schicksal der Mönche
Zur Zeit der Auflösung hatte das Kloster noch 64 Bewohner, die vom Staat eine Pension erhielten. Der letzte Abt Franz Xaver Müller bekam eine Wohnung im Schloss Leitheim, durfte aber nach seinem Tode 1817 nicht in der Kirche bestattet werden, sondern musste seine letzte Ruhe auf dem allgemeinen Friedhof finden. Aber noch einmal erfüllte mönchisches Leben das verlassene Kloster. Denn im Jahre 1804 wurden die zum inneren Bereich der Abtei gehörenden Gebäude zu einem Sammelpunkt für die aus ihren Stammklöstern vertriebenen Franziskanermönche. Aber die Hoffnung auf ein Wiederaufleben mönchischen Wirkens trog, denn 1815 mussten die Mönche wieder weichen, weil die Gebäude für eine Strafanstalt gebraucht wurden.

Nähere Einzelheiten zur Säkularisation


Provinzialbibliothek Neuburg
mit den 1730 in Kaisheim geschnitzten Bücherregalen


Franz Xaver Müller (1783-1802) - gestorben 1817. In der Grabplatte auf dem Friedhof steht das Wörtchen "ultimus" - der letzte in der Reihe der Kaisheimer Äbte.


Seit 1815 Strafanstalt

Bilder aus "Kaisheim - Markt und Kloster" (Hrsg. W. Schiedermeier)