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Das
Kaisheimer Münster
Abt Georg II. Kastner ließ die bedeutendsten süddeutschen Meister jener
Zeit für Kaisheim tätig werden: So fertigte 1500 der berühmte
Adam Krafft ein steinernes Sakramentshaus, das mit vielen Figuren
bestückt und von einem Eisengitter umgeben war. Neben weiteren Werken
entstand schließlich 1502 in Augsburg ein neuer Hochaltar in
Gemeinschaftsarbeit von Adolf Daucher, Gregor Erhart und Hans Holbein dem
Älteren, der auch die Flügel der neuen Orgel mit Darstellungen der
Anbetung der Hirten und Könige bemalt hat.
Keine dieser Inkunabeln der süddeutschen Spätgotik kann mehr vor Ort
bewundert werden. Was die Barockisierung des 17. Jahrhunderts verschont
hat, entfernte später die Säkularisation. Kraffts filigrane
Steinmetzarbeit ist daher ebenso verschwunden wie Dauchers sicher opulent
gestalteter Schrein und Erharts noble Skulpturen, von denen eine
Schutzmantelmadonna zwar nach Berlin gelangt, dort aber 1945 verbrannt
ist.
Lediglich Holbeins Altarbilder, die auf insgesamt 16 Tafeln figurenreiche
Szenen aus dem Marienleben und der Passion Christi zeigen, kamen nach
einem wechselvollen Schicksal - unter anderem wurden sie 1716
auseinandergesägt, neu gerahmt und in der Kirche aufgehängt - in die
Alte Pinakothek nach München und vermitteln einen ungefähren Eindruck
von dem Aufwand, mit dem der Kaisersheimer Abt, dessen Gestalt der Maler
in der "Beschneidung des Kindes" für die Nachwelt festgehalten
hat, seinem Gotteshaus ein zeitgemäßes Gepräge verleihen wollte. Damit
erinnert heute vor Ort nur noch das 1496 datierte, beidseitig bemalte
ehemalige Lettnerkreuz hinter dem Hochaltar an jene so fruchtbare Phase in
der Kaisheimer Ausstattungsgeschichte..
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Altar von Hans Holbein dem Älteren (heute
Alte Pinakothek)

Ausschnitt Flügelinnenseite: links unten der
Stifter, Abt Georg II.
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