Kloster Kaisheim: Kaisersaal

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Kaisersaal

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Geschichte des Klosters

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Die Ausstattung des Saales ist ein wichtiges Beispiel des Régences-Stils, der den Übergang zwischen schweren spätbarocken Formen und dem geschmeidigen Rokoko bildet. Ein besonderer Glücksfall war, dass der Saal - im Gegensatz zur Bibliothek - nahezu im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Neben der gotischen Kirche vermag deshalb nur noch dieser prachtvolle Saal mit den anschließenden Räumen der Prälatenwohnung von der einstigen Bedeutung der Zisterzienserabtei Zeugnis abzulegen.

Bei der Orientierung der Kaisheimer Künstler an dem neuen Ideal der französischen Régence scheinen die Ornamentstiche von Jean Bérain und Paul Decker eine Vermittlerrolle gespielt zu haben.

            
   
Details aus einem Stich von Bérain        Aus dem südl. Wandfeld des Saals

Der prunkvolle Saal ist oberhalb eines marmorierten Sockels mit farbig gefassten Stuckaturen ausgestattet, welche die Wände und die Muldendecke völlig überziehen. Die Wände sind durch flache Doppelpilaster, Felder mit Teppichmustern und stuckierten allegorischen Motiven aus Kunst und Wissenschaft gegliedert. Ebenso werden Themen aus der Antike und dem Fernen Osten behandelt (Chinoiserien). Bedeutende Plätze nehmen die Wappen von Orden, Stifter, Konvent, Abtei und des Abts Rogerius I. Röls ein. Über dem schweren Doppelgesims mit Girlanden bildet eine Blendbalustrade mit Scheinarchitektur den Rahmen der stuckierten Deckenfelder. Die großen Eckfelder zeigen ebenfalls allegorische Darstellungen. Die fünf mit Ornamentik gefüllten Deckenfelder werden durch einen breiten Stuckrahmen gegliedert. Diese Felder wiederum sind unterteilt in stuckgerahmte Bildflächen. Besonders reizvoll sind die Vogel- und Greifenfiguren. Erst die Betrachtung aus der Nähe vermittelt das außerordentliche Können der Künstler.

Aus: Festschrift zur Restaurierung des Kaisersaals 1979-1989

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Details der Wanddekoration


Wappen des Abtes Rogerius I.  Röls über dem offenen Kamin